Joomla! vs. WordPress - Der CMS Vergleich

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Joomla! und WordPress sind die zwei am häufigsten genutzten Content Management Systeme über die sich Websites realisieren lassen. Aber welches der beiden CMS ist denn nun das „Bessere“? 

Seit WordPress auch von erfahrenen Webentwicklern als CMS anerkannt und genutzt wird, verliert Joomla! hohe Marktanteile an seinen größten Konkurrenten. Laut W3Techs ist WordPress mit 60% Marktanteil die Nr. 1 der 10 größten Content Management Systeme weltweit. Joomla! folgt auf dem zweiten Platz mit 5,4% des gesamten Marktanteils. (Stand: Januar 2019)

Joomla vs Wordpress Statistik

Quelle: W3Techs

Was ist ein CMS?

Ein Content Management System (CMS) ist eine Software, die genutzt wird um Webinhalte bzw. Content zu verwalten.
Im CMS werden Inhalte in Text, Bild oder Videoform geplant und bearbeitet.

Bei der Verwendung eines Content Management Systems sind Programmierkenntnisse auf Seiten des Nutzers weitgehend überflüssig, so dass auch Laien selbstständig eine Website pflegen können. Inhalt und Design sind bei einem CMS klar getrennt. Dies hat den Vorteil, dass man als Nutzer an den Inhalten arbeiten kann, ohne das Design berücksichtigen zu müssen, da dies automatisch angepasst wird. Außerdem können mehrere Nutzer gleichzeitig an einer Website arbeiten. 

Ein CMS wird in der Regel in einen Frontend- und einen Backend-Bereich unterteilt. Das Frontend (wörtlich übersetzt "Vorder-Ansicht") ist die Webseite, die ein Besucher angezeigt bekommt. Beim Backend eines CMS (wörtlich übersetzt "Hinter-Ansicht") handelt es sich um einen geschützten Bereich, in dem die Administration stattfindet. Hier stellt das CMS nach einer Anmeldung alle Funktionen zur Verfügung, die der jeweilige Benutzer zum Verwalten der Webseite benötigt. Häufig können für unterschiedliche CMS-Benutzer auch unterschiedliche Zugriffsrechte festgelegt werden, z.B. der Designer auf die Templates des CMS, der Redakteur auf die Inhalte des CMS und so weiter.

Content Management System

Wann brauche ich ein CMS?

Erforderlich wird ein CMS, wenn Inhalte regelmäßig aktualisiert werden müssen. Die Einführung eines CMS bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Durch ein CMS ist man unabhängig vom Ersteller der Website und kann Änderungen sofort umzusetzen. Dies ist sehr sinnvoll für Blogs, Online-Shops oder Internetportale. Als Betreiber einer kleinen Website sollte man bedenken, dass Kosten für z.B. Erstellung, Einrichtung sowie monatliche Serverkosten auf einen zu kommen, hinter denen oft ein unterschätzter Aufwand dahintersteckt. Nicht immer macht es Sinn mit einem CMS zu arbeiten.

Wann ist ein CMS Wechsel sinnvoll?

Wenn eine Website umstrukturiert und neugestaltet werden soll, stellen sich viele die Frage, ob ein CMS Wechsel sinnvoll sei, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Ein Wechsel ist sehr aufwändig da alle Inhalte und Medien vom alten in das neue Content Management System gebracht werden müssen. Es ist ratsam das System zu wechseln, wenn das alte System an seine technischen Grenzen stößt.

Beide Content Management Systeme im Vergleich

Joomla! sowie WordPress sind beides Open-Source Lösungen. Das bedeutet, dass sie kostenlos genutzt werden können.

Das Admin-Interface von Joomla! weist ein gut strukturiertes User Interface auf, das eine schnelle Einarbeitung in das System ermöglicht. Für Entwickler ist es interessant, dass Joomla! auf der weit verbreiteten und bewährten Kombination aus der Programmiersprache PHP und dem Datenbanksystem MySQL, welche heutzutage von beinahe jedem Hosting Paket bereitgestellt wird, basiert.

Vor vielen Jahren war WordPress in erster Linie ein Blog-System. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall. Heutzutage kann auch mit WordPress jede Art von Website erstellt werden. Dank der intuitiven Nutzeroberfläche des Content-Management-Systems können selbst Unerfahrene, mit geringer Einarbeitungszeit ihre Website selbst pflegen.

Ein Vorteil beider Systeme ist das Ein-Klick-Update. So kann ein Update im optimalen Fall auch vom Laien mit einem Klick durchgeführt werden. 

Vorteile von beiden CMS im Vergleich

Vorteile von Joomla!

  • Benutzerfreundliches Backend-System
    Die gut strukturierte Benutzeroberfläche sorgt für Übersichtlichkeit in dem umfassenden System.
  • Integrierte Mehrsprachigkeit
    Die Webseite kann ohne externe Plugins auf mehreren Sprachen geschaltet werden.
  • Umfassende Benutzerverwaltung
    Es können problemlos Benutzer mit individuellen Rechten angelegt werden.
  • Unendlich erweiterbar
    Auch bei größeren Projekten stößt man nie an seine Grenzen.

Vorteile von WordPress

  • Intuitive Bedienung
    Leichte und intuitive Bedienung des Backend-Systems - auch Laien finden sich gut zurecht.
  • Große Auswahl Themes
    Es stehen zahlreiche moderne Website Themes zur Verfügung, die meist kostenlos sind.
  • Hoher Marktanteil
    Durch den hohen Marktanteil gibt es eine große Community.
  • Kostenlose Erweiterungen
    WordPress Plugins sind grundsätzlich kostenlos.

Nachteile von beiden CMS im Vergleich

Nachteile von Joomla!

  • Erweiterungen
    Viele Plugins sind kostenpflichtig und verlangen einen hohen Preis. Updates sind häufig nicht automatisch und somit zeitaufwändig. Außerdem ist die Auswahl im direkten Vergleich kleiner.
  • Einstellzeit der Beiträge
    Die Einstellung von Beiträgen wird von manchen als zu kompliziert empfunden. Hier wird Routine benötigt.
  • Keine Kommentarfunktion
    Das Fehlen einer Kommentarfunktion wird von vielen Nutzern bemängelt. Hier kann lediglich mit Erweiterungen Abhilfe geschafft werden.
  • Routine ist nötig
    Durch die höhere Komplexität des Systems wird unter Umständen öfter professionelle Hilfe benötigt, sofern nicht so oft mit dem System gearbeitet wird.

Nachteile von WordPress

  • Sicherheitslücken
    Aufgrund von Verbreitung und Beliebtheit wird WordPress recht schnell als Angriffspunkt verwendet. Zudem werden Wordpress Plugins nicht auf Sicherheitslücken überprüft.
  • Kein ursprüngliches CMS
    WordPress wurde ursprünglich als Blogsystem entwickelt, somit kann man mit umfangreicheren Projekten sehr schnell an die Grenzen des Systems stoßen.
  • Lange Ladezeiten
    Bei komplexen Designs stößt WordPress an seine Grenzen: Ohne nachträgliche Optimierung läuft die Seite langsam.
  • Freemium Modell
    Kostenlose Plugins bringen oft lästige Werbung ins Backend.

Administration und Backend bei Joomla! und WordPress

Die Administrations-Oberfläche (Backend) kann durch eine bestimmte URL erreicht werden.

Joomla!

Wenn der normale Zugriff auf die Website lautet:
www.beispielurl.de rufen Sie

www.beispielurl.de/administrator

auf, um den Administrations-Bereich zu erreichen.

WordPress

Wenn der normale Zugriff auf die Website lautet:
www.beispielurl.de rufen Sie

www.beispielurl.de/wp-admin

auf, um den Administrations-Bereich zu erreichen.

Aufbau der beiden Systeme

Der Aufbau im Backend von Joomla ist unterteilt in Menüs, Inhalte, Komponenten, Erweiterungen. Menüs und Inhalte sprechen für sich. Komponenten sind Anwendungen, die auf Joomla! aufsetzen und komplexe Aufgaben erfüllen können, z.B. Formulargeneratoren, Shoplösungen, Bildergalerien und so weiter. Module sind weniger komplex als Komponenten. Sie dienen der Anzeige von spezifischen Inhalten an bestimmten Stellen einer Seite. Beispiele sind die Anzeige der letzten Beiträge oder Breadcrumbs. Plugins sind kleine Programmroutinen, die keine eigenen Inhalte erstellen, aber Inhalte vor der Anzeige verändern oder bereitstellen können. Beispiele sind Cookie Hinweise, Captchas, Popup Fenster und so weiter.

Der Administrationsbereich von WordPress unterteilt sich in Startseite, Beiträge, Seiten und Kategorien. Hier können Inhalte, Benutzer, Themes, Plugins und Einstellungen verwaltet werden. Die Startseite ist in mehrere Module unterteilt. Diese Module werden auch Dashboard-Widgets genannt. Standardmäßig werden hier die Module „Willkommen bei WordPress“, „Auf einem Blick“, „Aktivität“, „Schneller Entwurf“ und „WordPress Nachrichten“ angezeigt. Mit Hilfe von Kategorien können Beiträge gruppiert und in einem Kategorie-Archiv darstellt werden.

Hackangriffe

Bei Joomla! liegt die Chance eines Hacks nicht im Bereich des unmöglichen, dennoch ist hier das Risiko ungewünschter Besucher wesentlich geringer. Das Interesse der Hacker ist hier schlicht weg niedriger aufgrund des geringen Marktanteils.

Joomla! legt großen Wert auf Sicherheit. Dies zeigt sich durch die wichtigen Sicherheitsmerkmale im Grundsystem wie z.B. eine SSL-Verschlüsselung und Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).

Joomla! vs WordPress

 

Bei WordPress müssten diese Merkmale nachgerüstet werden, denn durch die große Beliebtheit von WordPress haben Hacker ein großes Interesse daran, die Sicherheitslücken des CMS auszunutzen und sich Zugang zu einem Viertel aller Websites weltweit zu verschaffen. Bei den Unmengen an Plugins ist Vorsicht geboten, denn es gibt keine Garantie, dass die WordPress-Erweiterungen sicher sind.

Erweiterbarkeit

WordPress stellt ca. 40.000 Plugins zur Verfügung welche nahezu endlos konfigurierbar sind.  Mit jedem Plugin steigt jedoch das Risiko von auftretenden Kompatibilitätsproblemen und außerdem auch die Sicherheitslücken, da die Erweiterungen nicht geprüft werden. WordPress bietet zwar fertige Mini-Tools für jeden Zweck und Unmengen an Plugins an, andererseits sind in dem Grundpaket nur Standard Tools vorhanden. Durch das Freemium-Modell der Plugins holt man sich oft die ein oder andere unerwünschte Werbung ins Backend.

Falls einem einige spezielle Funktionen bei Joomla fehlen, gibt es bei Joomla viele Anbieter mit Tools, die spezifische Fähigkeiten hinzufügen können. Mehr als 8.000 Erweiterungen sind erhältlich um jede Webseite auszubauen und die Funktionalität zu vergrößern. Das Joomla! Extension Directory bietet hier zahlreiche Zusatzfunktionen. Die Erweiterungen-Bibliothek ist zwar überschaubar, jedoch sind die Erweiterungen oft besser programmiert.

Suchmaschinenoptimierung

WordPress selbst bringt diverse SEO-Optionen schon von Haus aus mit. Dazu gehören unter anderem die unkompliziert anpassbaren URLs. Mit einigen Plugins lässt sich der Umfang aber ohne großen Aufwand um einiges erweitern. Schnell hinzugefügt sind so z.B. XML-Sitemaps und automatisch generierte Meta-Tags, die bei Bedarf auch pro Seite/Artikel angepasst werden können.
Laut Google ist man mit einem WordPress Theme aus technischer Sicht für ein gutes Ranking bei Google perfekt ausgestattet.

Joomla! vs WordPress

Joomla! bietet viele suchmaschinenfreundliche Einstellungsmöglichkeiten. Beiträge können z.B. bei mit Meta-Beschreibungen und Keywords optimiert werden. Ein paar Klicks im Administrationsbereich genügen schon, um die URL für Suchmaschinen zu optimieren. Durch einen einfachen Klick auf "Ja" bei der Option "Suchmaschinenfreundliche URL" können alle URLs so umgestellt werden, dass der unnötige Teil der URL entfernt wird.

Beide Systeme bieten SEO Erweiterungen an wie beispielsweise Yoast SEO für WordPress und Easy Frontend SEO für Joomla.

Template / Themes

Joomla Templates können sehr effizient gestaltet werden, so dass fast jedes Design umgesetzt werden kann. Das Design kann jederzeit angepasst oder sogar komplett geändert werden, ohne dass die Inhalte neu eingepflegt werden müssen. Seriöse Agenturen erstellen ihre eigenen Joomla! Templates die auf das Unternehmen zugeschnitten sind. Als Laie kommt man so auch ohne großen Aufwand zu einer optimalen Website.

Auch WordPress bietet von Haus aus kostenlose Templates, sogenannte Themes, die bis zu einem gewissen Grad individuell gestaltet werden können. Zudem sind  Premium-Themes kostengünstig zu haben und locken Kunden mit einem ansprechenden Design, vielen Funktionen und wenig Aufwand.

Für welche Website-Arten eignen sich Joomla! und Wordpress?

Joomla! ist ideal für mittelgroße Webseiten für kleine Geschäfte und Firmen oder Vereine sowie privaten Webseiten, Online Zeitschriften, Blogs, Onlineshops, mehrsprachige Webseiten uvm. Die Programmierung auf Basis von Joomla ist objektorientiert aufgebaut. Somit ist es kostenschonend, denn mit dem nötigen Fachwissen kann einfach optimiert und ergänzt werden ohne Qualität einzubüßen.

WordPress bietet optimale Möglichkeiten für Blogs, wobei man auch gut Unternehmensseiten, Online-Shops, Portfolioseiten und weitere erstellen kann, solange es nicht um größere Projekte geht.

Joomla! vs WordPress
 

Fazit

Grob lässt sich sagen: Joomla! Lässt sich besser erweitern. Schon im Grundpaket gibt es hier viele Möglichkeiten und eine gut strukturierte Benutzeroberfläche. Umfangreiche Projekte können sehr gut mit Joomla realisiert werden. Bei größeren und komplexen Projekten, an denen mehrere Mitarbeiter involviert sind sollte man mit Joomla arbeiten. Joomla ermöglicht ein komplexeres Arbeiten an größeren Projekten.

WordPress ist ein gutes CMS für kleinere Projekte, die schnell umzusetzen sind. Gut geeignet ist es für einfache Blogs und Kleinunternehmen, da es eine einfache Bedienung und übersichtliche Benutzerverwaltung bietet.

Beide Systeme sind gut! Und natürlich haben beide Systeme ihre Vor- und Nachteile. Letztendlich muss für jedes Projekt individuell entschieden werden, welches CMS das passende für Ihre Webseite ist. Vertrauen Sie hierfür auf die Beratung einer Agentur. Im besten Fall hat diese Agentur weder die Joomla!, noch die WordPress Brille auf, sondern kann eine neutrale Wertung abgeben und ihr Projekt individuell betrachten. Eine reine Wordpress Agentur wird Ihnen immer sagen, dass Wordpress das bessere System ist, genauso wie eine reine Joomla! Agentur auch das gleiche auch immer über Joomla! sagen würde - obwohl sich viele der Vorteile der zwei Content Management Systeme überschneiden, wie zum Beispiel der Open-Source Faktor und die einfache Bedienung. Letztendlich ist es für Sie als Anwender am besten, auf das Urteil eines Experten zu vertrauen, der sich mit Ihrem Projekt auseinander gesetzt hat.

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